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Written by Adrian Guggisberg   
Monday, 16 April 2007
Nigerianische Ortnungsorgane…


Der Süden Nigerias ist so stark bevölkert, dass das Finden eines ruhigen Schlafplatzes unmöglich wird.
Seit einer Stunde halte ich Ausschau, doch im Abstand von 50 Metern tauchen immer neue Hütten am Strassenrand auf. Mittlerweilen ist es dunkel geworden und nach dem ein Motorradfahrer ohne Licht Bob gerammt hat, ist mir die Lust zum Weitersuchen vergangen. Biege von der Strasse ab und halte vor einem Haus an. Ich frage nach dem Besitzer der jedoch abwesend ist. Der Sohn des Hausherrn meint, es sei kein Problem da vor dem Haus zu übernachten und bietet mir sogar ein Zimmer an. Vor wachsender Menschenmenge koche ich Pasta und verzehre Unmengen geschenkter Mangos. Wünsche den dreissig Zuschauern gute Nacht, ziehe mich unter das am Fahrrad befestigte Moskitonetz zurück und schlafe noch bevor sich die Menschenmenge aufgelöst hat. Um 23.00 Uhr werde ich von Stimmengewirr geweckt, das Publikum ist zurückgekehrt. Nach fünf Minuten diskutieren, wagen sie es, mich zu wecken und der Sprecher verkündet, ich müsse auf den Polizeiposten, der Hausbesitzer habe Anklage erhoben. Was soll das? Ein Versuch, mich von meinem Material zu trennen um sich zu bereichern? Die Aufregung scheint echt zu sein. Packe meine Wertsachen, lehne die Mofa -Mitfahrgelegenheit ab und folge dem nächtlichen Umzug durchs Dorf.
Der schnarchende Polizist, dessen nackter Bauch von der Bank auf der er schläft beinahe bis zum Boden reicht, muss zuerst wachgerüttelt werden. Er quält sich ins Hemd, entzündet eine Petroleumlampe und kramt ein Formular hervor welches schlimmer aussieht als nigerianische Banknoten. Der Versuch meinen Namen aufzuschreiben, scheitert trotz buchstabieren. Dann muss der Sprecher meinen Namen vom Pass ablesen und buchstabieren. Auch das misslingt. Der Sprecher schreibt nun meinen Namen auf einen Fresszettel und überreicht diesen dem Beamten. Der Ordnungshüter bittet mich meinen Namen auszusprechen. Sein Wiederholversuch ist so katastrophal, dass die mittlerweile 40 Zuschauer und ich in schallendes Gelächter ausbrechen. Zuerst gibt der Kläger seine Version zu Protokoll. Ich sei in sein Haus eingedrungen... Der Sohn, welcher plötzlich kein Englisch mehr kann, erzählt seine Variante in der Lokalsprache, so dass ich nicht folgen kann. Als ich an der Reihe bin, werde ich nach dem ersten Satz unterbrochen, wieso ich mich nicht bei der Polizei gemeldet hätte. Ich darf nicht weiter reden, kann mich nicht verteidigen... das sieht schlecht aus. Der Chefpolizist müsse geholt werden, er als Untergebener wisse nicht was machen und so verschwindet der Beamte auf dem Mofa in die Nacht. Zehn Minuten später kommen Polizist und Chefpolizist angebraust. Der Chef lässt mich reden und so kann ich von meiner Reise erzählen. Wieder einmal wirkt das Wunder. Er meint, das sei eine tolle Sache und bietet mir an, auf dem Posten zu übernachten. Auch der Kläger ist beeindruckt und sagt, er habe nur Angst gehabt, falls mir etwas zustosse oder geklaut werde auf seinem Grund und Boden, es seine Schuld sein würde. Ich könne schon bei ihm übernachten. Mich auf dem Rückweg befindend, kommt der Polizist angekeucht, er habe vergessen die Passnummer aufzuschreiben. Er will sich zuerst selber die Nummer auf seiner Hand notieren, streckt dann aber die Hand dem Sprecher hin. Nun wird im Publikum doch noch eine Ecke eines alten Zementsackes gefunden. F2288220 kann ich mittlerweile auswendig. Dem weissen Mann wird geglaubt, ohne Kontrolle.

 
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