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Nigerianische Bürokratie PDF  | Print |
Written by Adrian Guggisberg   
Monday, 16 April 2007
Der spannende Weg zur Visumverlaengerung...


In der Schweiz wurde mir gesagt, dass ein Visum für Nigeria nur im Heimatland ausgestellt werde. In Bamako, Mali konnte ich jedoch für 40 Euro (für Schwedische Bürger ist das Visum gratis, andere bezahlen über 150 Euro.....) das Papier ohne Probleme erwerben und liess mir versichern, dass die drei Monate Gültigkeitsdauer ab dem Einreisedatum gerechnet werden. An der Grenze nützte alles Verhandeln nichts, es zählte das Ausstell- und nicht das Einreisedatum, 28 Tage blieben mir. Auf dem Weg nach Abuja befragte ich verschiedene Beamte. Die Mehrheit meinte, eine Visumsverlängerung sei gratis. In der Hauptstadt angekommen kämpfte ich mich zum zuständigen Beamten vor. Der verkündete mir, dass ich ein persönliches Antragsschreiben benötige. Die Antwort auf die Preisfrage verweigerte er kategorisch, zuerst brauche er das Schreiben. Tags darauf kehrte ich mit dem gewünschten Dokument in qualifiziert schriftlicher Form zurück. Von drei Beamten lasen zwei Zeitungen, einer spielte mit dem Handy. Einen Anruf und dreissig Minuten warten und der für mich Zuständige traf doch noch ein. Ich wusste, dass ich die Verlängerung in jeder Hauptstadt bekommen konnte. So war ich für ein Mal den Behörden nicht hilflos ausgeliefert und konnte mir das Verhandeln leisten. Ich weigerte mich mein Schreiben zu unterzeichnen solange er den Preis nicht nennen wollte. Die nächste Frage war, wie viel ich bezahlen wolle. Ich verlangte die offizielle Preisliste, die gebe es nicht, ich solle jetzt unterschreiben. So erklärte ich, den Antrag anderswo zu stellen, wurde dann aber zum Chef spediert. Dieser las mein Schreiben und befand es als unzulässig. Eine in Nigeria wohnhafte Person müsse den Antrag stellen. Inzwischen bekam er einen anderen Auftrag und liess mich 1 h 20 vor seinem Bürotisch sitzen. Die Zeit reichte um unzählige Computerschachteln die den halben Raum füllten, zu studieren, die Spinnen beim Netzbau zu beobachten und zum Staunen, dass trotz PC und Sekretär der Chef von seinen vier A4 vollgekrizelten Seiten eine Handkopie anfertigte.
Anschliessend konnte ich von meiner Reise erzählen. Beeindruckt fragte er mich aus und erzählte, dass er die Schweiz besucht habe. Schnell zückte ich mein Schweizer Fotobüchlein welches sein Herz vollkommen erweichte und nach weiteren 30 Minuten warten kramte er ein Blatt Papier hervor. Im Namen meines Gastgebers (Schweizer Botschaftsmitarbeiter) verfasste er ein neues Antragsschreiben. Der Sekretär tippte den Entwurf in den PC und würzte mit weiteren Fehlern. Ich durfte das Dokument mit f für "for" vor dem Namen unterschreiben und die Sache war geritzt. Eine weitere Stunde später, nach dem Austauschen der Adressen, knipsen von Erinnerungsfotos und dem Versprechen, wenn ich eine Schweizerfirma kenne, die in Nigeria investieren wolle, ihn als Arbeitskraft vorzuschlagen, verliess ich mit dem Stempel für weiterer drei Monate das Gebäude.

Hier das wunderbare Schreiben.

Übrigens, Mali grenzt nicht an Nigeria,

 

 
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