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Der Kampf nach Timbuktu PDF  | Print |
Written by Adrian Guggisberg   
Monday, 19 February 2007
Schwitzen, dursten und vor allem leiden, über die Horrorpiste zu der historischen Stadt…

Da jeder den ich um Auskunft bat ein Guide ist oder mindestens fünf kennt, war es mir nicht möglich in Douenza (200 km südlich Timbuktus) wahre Informationen über die Piste (den Weg) zu erhalten. Viel Sand, kein Wasser und unberechenbare Elefanten-herden waren die Argumente um diese Fahrt nicht anzutreten und jeder zählte zusätzlich noch andere Hinderungsgründe auf. So machte ich mich trotz allem Abraten mit 21 Litern Wasser auf den Weg. Die ersten 50 km war die Piste in einem idealen Zustand. Die nächsten fünf noch in einem besseren, da ein Planierungsfahrzeug Unebenheiten eliminierte. Das Überholen der Maschine glich der Verbannung vom Himmel in die Hölle. Nicht mit Sand oder Elefanten hatte ich zu kämpfen, das Problem war, dass die Piste zu einem verdammten (Entschuldigung für das Wort, aber würde ich es nicht benutzen, würde ich mich als Lügner fühlen und ihr könnt mir glauben ,das war noch das harmloseste was ich in die Wüste schrie… ) Kartoffelacker wurde zu dem ich quer fahren musste, versteht sich. Von Wellblech kann da nicht mehr gesprochen werden, betrug doch die Amplitude oft um die 20 cm. Obwohl mit 8 km/h fahrend, war es ein Gefühl als würde mir dreimal pro Sekunde in den Arsch getreten und Bob hüpfte hinter mir her wie eine junge Ziege.

Schlimmer als die Schmerzen war die Sorge um das Material. Da die Fronttasche in Resonanz schwang, packte ich die Kamera und den Cowon, (MP3 Player und Fotospeicher) eingewickelt in sämtliche Kleider, oben auf Bob. Prompt, beim nächsten Wassertankhalt setzte sich, übrigens das erste Mal auf meiner Reise, einer mitten auf den Anhänger. Am Mittag die grosse Entdeckung. Der Deckel der Brotaufstrichschockolade hatte sich gelöst. Durch zwei Plastiksäcke erkämpfte sich die klebrige, bei dieser Hitze sehr flüssige Masse den Weg durch Bob’s Inhalt und verteilte sich unterstützt durch die Vibrationen im ganzen Anhänger. Für solche Reinigungsaktionen waren meine Wasservorräte nicht berechnet…
Am Abend die noch viel schlimmere Entdeckung. Der Cowon lies sich nicht mehr starten und gab HD Kratzgeräusche von sich, die Fotos der letzten Wochen, da ich keine CDs brennen konnte, im Eimer! Am nächsten Tag ging das Schwitzen, Fluchen, im Kies stecken bleiben und wegen der Klickpedale Hinfallen und durch Dornengebüsche fahren weiter…
Geschunden, mit blutigen Armen und wundem Hintern erreichte ich doch noch die historische Stadt, welche kaum etwas Interessantes zu bieten hat und nur wegen ihrem Namen besucht wird.



 
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