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Ein Leben retten… PDF  | Print |
Written by Adrian Guggisberg   
Monday, 25 May 2009
…und dafuer bestraft werden!

Entzückt über die Fische in allen Formen und Farben, verbringen wir (die Familie die mich über die Tiefsandzufahrt mitgenommen hat, ihr Guide und ich) den Tag schnorchelnd, in den Wellen spielend und fischend im Naturparadies Kosi Bay. Bei der Ankunft war das Queren des Flussdeltas ein Kinderspiel. Jetzt, auf dem Weg zurück, hat die Flut die Sandbanklandschaft kräftig umgestaltet. Beladen mit Strandausrüstung, suchen wir uns vorsichtig watend den besten Weg zurück. Plötzlich sehen wir 60 Meter vor uns einen Arm aus dem Wasser empor schnellen. Ist das Spiel oder ein Hilferuf? Das folgende Zeichen ist eindeutig. Da kämpft jemand ums Überleben! Andrew, der Vater und ich drücken unserem Begleiter unsere Lasten in die Hände, entreissen den Kindern die Bodyboards (als Schwimmhilfe) und rennen in die Fluten. Über die Schulter schreie ich dem Guide zu, dass das Eingewickelte im Hemd die Kamera sei. Wie äusserst heimtückisch dieser Untergrund sein kann, weiss ich seit meinem Wild-Coast-Abenteuer! Durch Ebbe und Flut entsteht eine starke Strömung die den Sand unkomprimiert ablagert. Ohne Vorwarnung sinkt man plötzlich 50 cm ein. Erfolgt der nächste Schritt nicht im Bruchteil einer Sekunde ist man einbetoniert. Während ich mich durch die Wassermassen kämpfe, versuche ich mich krampfhaft an die Rettungsschwimmer-Befreiungsgriffe und Abschlepptechniken zu erinnern, mit bescheidenem Erfolg.
Der Boden entzieht sich nun völlig meinen Füssen. Der wild rudernde Mann schreit mir zu, dass seine apathische, schon nicht mehr wild rudernde Frau, gefangen in Kleidern, umgehängten Taschen, Schattenzelt und Sonnenschirm, nicht schwimmen könne. Fit durch Radeltraining, erreiche ich die Ertrinkenden als erster und das Einzige was ich tun muss ist, ihnen die Schwimmhilfe hin strecken. Von der anderen Seite kommen nun ihre Freunde angeschwommen, wir ziehen uns zurück. Wo sind denn unsere Leute? Mit Schrecken stelle ich fest, dass sie völlig mit Material überladen, den Fluss an einer anderen Stelle zu queren versuchen. Schon wieder rennen! Wieso ich nicht sofort schreie sie sollen warten, ist mir noch heute ein Rätsel. Ausser Atem, noch 20 Meter vom Guide entfernt, gerät auch er in den Treibsand und ins Schwanken. Anstatt die Fischerruten, den Pic-Nic Korb oder das Schattenzelt abzuwerfen, fällt mein Hemd als erstes ins Wasser, eingewickelt darin die Kamera. Immerhin kann er sie aus der Strömung fischen, dafür schwimmt einer meiner Sandalen davon…
Wasser ist das eine, Salzwasser etwas anderes. Zwar hat Nemo kein neues Zuhause in meinem Fotoapparat gefunden und die Innenseite des Bodys ist bis auf ein paar Tropfen beim Bajonettverschluss trocken. Trotz föhnen und stundenlangem Sonnenbaden nützt alles nichts. Meine Niky I hat das Zeitliche gesegnet.

 
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© 2010 to-adi - Adrian Guggisberg