| 12.02.2009 Kapstadt - Port Elizabeth | | Print | |
| Written by Adrian Guggisberg | |
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Nach dem Ziel Kapstadt auf der Ehrenrunde im südlichsten Land Afrikas
Als ich in der Schweiz startete, kannte ich niemanden in Kapstadt. Nach 2,5 Jahren reisen dort angekommen, wusste ich nicht wo anfangen mit Leute besuchen. Eine deutsche Familie, ebenfalls Tourenradfahrer, die ich in Ruanda getroffen hatte, sind in der Zwischenzeit ans Kap umgezogen. Ich war nicht nur zu Gast sondern stieg alsbald zum Ersatzhausherr auf. Mit Geld kann man sich viel erkaufen, aber wer bekommt schon den Schlüssel zu einem ganzen Haus im Zentrum der Kap-Metropole in die Hand gedrückt? In ihrer zweiwöchigen Abwesenheit schaute ich zum Haus, fütterte die Katze und die Meerschweinchen. Weihnachten verbrachte ich bei einer Südafrikanischen Familie. Nach zwei einsamen Feiern alleine im Busch, sass ich diesmal wieder in einer Stube mit Christbaum, Geschenken und über zwanzig anderen Gästen. Am Silvesterabend hörte ich, im Jachtclub nach einem Schiff nach Europa Ausschau haltend, Schweizerdeutsch. Zwei junge Bootsbauer haben eine 15 m-Jacht gebaut und sind von der Schweiz zur Antarktis unterwegs. (www.project-antarctica.ch ) Dass ich mich nach dem ersten Erwachen im 09 auf der Jacht als Crewmitglied bewarb, muss ich wohl nicht erwähnen. Leider wollen sie ihr Abenteuer zu zweit zu Ende bringen. Deshalb trat ich bald darauf meine Ehrenrunde nach Durban an. Dank Web-Präsenz war ich schon wieder eingeladen. Ein deutsches Email mit einer Einladung war eingegangen. Peinlich, dass ich mich mit bestem Willen nicht mehr erinnern konnte wo ich die Leute getroffen hatte. Telefonisch kündigte meine Ankunft an. Der Gastgeber erklärte mir später, dass er mittels Google auf meine Seite gestossen sei und den Newsletter abonniert habe. Als er im letzten Neuigkeiten-Brief las, dass ich durch ihre Gegend pedalen werde, schrieb er umgehend das Einladungsemail. Auf der Ehrenrunde bin ich in der Tat. Mein Weg führte mich durch die berühmte Garden Route. Nachdem ich genügend Meer und Bäume gesehen hatte, galt es nur einen Pass zu überwinden bei Afrikahitze in der Halbwüste (Little) Karoo, auf Straussenfarmen treffend. Das Reisen wurde wegen den vielen Einladungen fast zu komfortabel. Die Abwechslung durch den Baviaans Kloof, ein 150 km langes Tal in dem Nashörner, Büffel, Leoparden und Riesenschildkröte leben, zu fahren kam wie gelegen. Die Warnung vor den Passstrassen in übelstem Zustand schlug ich in den Wind. Kaum war ich von der Asphaltstrasse abgebogen, vernahm ich ein seltsames Geräusch. Absichtlich Slalom fahrend, ab und zu stark bremsend, obwohl immer mit dem Kopf zischen den Knien um besser hören zu können, konnte ich das Knacken trotzdem nicht lokalisieren. Ich beschloss dem Lärm in der Mittagshitzepause auf den Grund zu gehen um die Morgenkühle noch ausnutzen zu können. Doch der Drahtesel legte sein Veto ein. Plötzlich begann er beängstigend zu bocken bzw. zu schwanken. Rahmenbruch Nr. 2! Selbstverständlich - südafrikanische Gastfreundschaft - hatte ich auch da bereits eine Einladung. Leider konnte ich immer nur mit dem Mobiltelefonbeantworter Freundlichkeiten austauschen. Deshalb war ich unterwegs zu einem Backpacker-Hostel mit Camping, eine Premiere in den 4 Monaten Südafrika. Die Stadt würde ihrem Ruf nicht gerecht werden, wenn ich soweit gekommen wäre. Wieder öffnete sich während des Wartens vor einer Ampel, ein Autofenster. Ein kurzes Gespräch, wir verabschieden uns... und stehen beim nächsten Rotlicht wieder nebeneinander. Eingeladen, folge ich dem Auto, sitze ein paar Minuten später am Esstisch vor einem dampfenden Teller. Die Gastgeber warnen mich eindringlich davor, der Strasse weiter ins Zentrum zu folgen, die Nigerianer, die Nigerianer...
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